Vertreter der Minderheit im Ausland glauben Peking kein Wort. Selten rechtfertigt sich die ­chinesische Regierung in Menschenrechtsfragen. Gestern aber trat ein hoher Parteikader der Provinz Xinjiang vor die ­Medien und betonte, alle «Studenten» in der autonomen Region hätten die «Ausbildungs- zen­tren» zur Umschulung verlassen. Staatsmedien berichten, dass die Internierten dank der Hilfe der Regierung jetzt ein «glückliches Leben führen» würden und «stabile Anstellungen» gefunden hätten. Was die Kommunistische Partei «Ausbildungszentren» nennt, sind laut Menschenrechtsorganisationen gefängnisartige Internierungslager, in denen die Regierung bis zu ei- ner Million muslimischer Uiguren jahrelang weggesperrt hatte. Ob Peking die Hunderttausenden Uiguren, die zuletzt in den Lagern […]

Von  Elisabeth Kagermeier, München In keiner europäischen Stadt leben so viele Uiguren wie in München. Sie sind froh, dass nun die ganze Welt über Chinas Lager weiß – frei fühlen können sie sich nicht.Von  Elisabeth Kagermeier, München 9. Dezember 2019, 20:32 Uhr563 Kommentare Für diesen einen Abend sind sie blaue Wölfe. Nurrissam Ismailova steht lachend in einem glitzernden Kleid auf der Bühne, neben ihr der Musiker Artur Ilakhunov. Gemeinsam singen sie sein Lied Kök böre biz, “Blauer Wolf”, blau wie die uigurische Unabhängigkeitsfahne. Dieses Jahr wurde es zu einer Hymne der Exil-Uiguren, es handelt vom Wunsch nach Unabhängigkeit und von Zusammenhalt wie bei den Wölfen. […]

Von Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Peking Der uigurische Aktivist Ilham Tohti wurde in Abwesenheit mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet. Er sitzt seit 2014 in Haft, denn chinesische Behörden werfen ihm vor, Hass und Gewalt zu schüren. Von Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Peking Die meist islamischen Uiguren sind eine Minderheit in China, aber in der Provinz Xinjiang stellen sie die Mehrheit – noch. Denn immer mehr Han-Chinesen aus anderen Provinzen ziehen zu, inzwischen ist ihr Anteil an der Bevölkerung in Xinjiang wohl fast so groß wie der der Uiguren. In Xinjiang leben mehr als 20 Millionen Menschen – nach unterschiedlichen Angaben könnte inzwischen bis zu […]