Die ostturkestanische Medizinstudentin, Aygul Ablet wird in einem der Konzentrationslager Chinas festgehalten.

Reportage: Mustafa Bag 

Samstag, den 28.12.19 

Übersetzt vom Türkischen ins Deutsche durch Uigur_Zeiten 

Aygul Ablet, die ostturkestanische Doktorandin der medizinischen Universität Xinjiang, in Urumqi (Foto: Tursunjan Ablet)

Die 27-jährige Aygul Ablet war an der Fakultät der Medizinischen Universität Xinjiang in Urumqi, in der Hauptstadt Ostturkestans als Masterstudentin im Bereich der Kinderheilkunde tätig. Es stellte sich heraus , dass sie in ein Konzentrationslager gebracht wurde. 

Ihr Bruder Tursunjan Ablet, der in der Türkei lebt, erzählte euronews,  dass Aygul wie er vor einigen Monaten erfahren hätte, in ein Konzentrationslager gebracht worden sei und äußerte ebenso, dass es  vor einem Monat bestätigt wurde.

Tursunjan erläuterte, dass er weder darüber Bescheid wisse, in welchem Lager seine Schwester festgehalten würde, noch wie es ihr gehe. „ Meine Schwester ist eine erfolgreiche Studentin, sie ist eine Doktorandin, die ihr Leben Kindern gewidmet hat. Sie soll schnellstmöglich frei gelassen werden“, betonte Tursunjan Ablet.

Aygul Ablet zusammen mit ihrer Mutter, Ayxam Abdurehim und ihrem Vater, Heyt Ablet , einem pensionierten Beamten (Foto: Tursunjan Ablet)

Tursunjan Ablet berichtete, dass der Kontakt zu seinen in Ostturkestan lebenden Eltern abgerissen sei. „ Ich konnte bis Februar 2018 über den Messenger-Dienst WeChat mit Aygul sprechen. Sie erzählte mir, dass unsere

Eltern, den Kontakt zu mir abbrechen wollten, wegen des hohen Drucks, der auf ihnen lastete. Ich konnte seitdem meine Eltern nicht mehr kontaktieren. Jedoch kurze Zeit später riss auch der Kontakt zu meiner Schwester ab. Ich sah, dass sie mich auf WeChat blockiert hatte“,sagte Tursun Ablet.

Sie verschwand 2018, in den Sommermonaten 

Die Geschwister, die in der ostturkestanischen Stadt Aksu, Landkreis Kucha das Licht der Welt erblickt hatten, haben als Kinder wegen der Beamtentätigkeit ihres Vaters, die Mittelstufe ihrer schulischen Ausbildung in Chinas Hauptstadt Peking abgeschlossen und dort später beide ihr Abitur gemacht. 

2013 erwarb Aygul ihre Hochschulbildung. Seit den Sommermonaten 2018 erhielt der Bruder keine Nachrichten mehr von Aygul, die zuletzt als Masterstudentin an der Medizinischen Fakultät Xinjiang in Urumqi , der Hauptstadt Ostturkestans tätig war. Er habe verstanden, dass seine Schwester zu dieser Zeit in ein Konzentrationslager gebracht worden sei, sagte er. 

Meine Schwester hatte ihr Leben Kindern gewidmet

Die Konzentrationslager in Ostturkestan, die von den Machthabern der chinesischen kommunistischen Partei als „Berufsausbildungszentren“ oder  „Umerziehungslager“ bezeichnet werden, seien errichtet worden, um die Personen, die diese besuchen vor „Extremismus zu schützen“ und „ihre Empfänglichkeit für radikale Ideologien zu beseitigen“, begründen die Machthaber. 

Die in der Diaspora lebenden Uiguren jedoch zeigten auf, dass die Lager zur Assimilierung bestehen würden und es ungefähr 1300 davon an der Zahl gebe. 

Aygul Ablet, die ostturkestanische Doktorandin der medizinischen Universität Xinjiang, in Urumqi (Foto: Tursunjan Ablet )

Tursunjan betont, dass seine Schwester keine extremistische Neigungen habe „ meine Schwester hatte weder radikale Ansichten gehabt, noch Verbindungen zum Terrorismus. Sie war bis zu ihrem jetzigen Alter, ein junges Mädchen, das ihr Leben Kindern und der Kinderheilkunde gewidmet hatte. Meine Schwester ist niemals eine Terroristin.  Ihr Ideal von einem Leben ist : Ärztin zu werden und sich für Kinder zu engagieren. Sie ist eine sehr erfolgreiche Studentin. Ihre Noten waren hervorragend,“ äußerte er sehnsuchtsvoll. 

Aygul Ablet, die ostturkestanische Doktorandin der medizinischen Universität Xinjiang, in Urumqi (Foto: Tursunjan Ablet )

Tursun Ablet fuhr mit seinen Worten fort: 

„Es war 2017 im Mai, da rief mich Aygul an und erzählte mir, dass chinesische Polizisten zu uns Nachhause gekommen seien. Sie war sehr verängstigt. Sie sagte, dass die Polizisten unsere Eltern verhört hätten; und sie herausfinden wollten, welche Schule und Klasse ich in der Türkei besuchte. Sie wollten meine Telefonnummer als auch nähere Informationen über mich auskundschaften. Ich sagte zu meinem Vater am Telefon, „ Gib mir die Polizisten, ich werde sie ihnen selbst mitteilen .“ Die Polizisten jedoch sprachen nicht mit mir, obwohl ich bereit war, ihnen direkt jegliche Informationen über mich selbst zu übermitteln. 

Nach diesem Vorfall kommunizierten meine Schwester und ich noch eine Zeitlang. Mitte 2018 riss unser Kontakt ab. Meine Schwester bedeutet mir alles. Wir sind zusammen aufgewachsen. Sie ist meine beste Freundin. Mein einziger Wunsch ist, dass sie so schnell wie möglich freigelassen wird.“ 

UN, EU und die USA wollen die Schließung der Konzentrationslager 

Laut eines Berichts der UN hält die chinesische Regierung 1-2 Millionen Uiguren und muslimische Angehörige anderer ethnischen Minderheiten( Usbeken, Kasachen, Tataren, Kirgisen..) fest. 

Dem Bericht des US Außenministeriums zufolge seien sogar rund 3 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern, die unter schweren Bedingungen um ihr Leben ringen.

Vor allem die Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International haben dazu aufgerufen, dass China, die in den Konzentrationslagern festgehaltenen Menschen, sofort frei lassen soll.

Zuletzt riefen das Europäische Parlament und 23 Mitgliedsstaaten der UN-Menschenrechtskommission die Regierung in Peking auf, die Konzentrationslager zu schließen und die darin festgehaltenen Menschen frei zu lassen. 

*Ostturkestan, sog. Xinjiang wird von China regiert. 

Der uigurischstämmige Gouverneur der Uiguren, Shorat Zakir, behauptete in einer Erklärung, die er letzte Woche abgegeben hatte, dass die „ Studenten” in den Lagern ihren Abschluss gemacht hätten, sie in ihre Häuser zurückgekehrt seien und ein “glückliches Leben” begonnen hätten.

Zakirs Behauptung wurde jedoch von Seiten der Exil- Uiguren weltweit mit der Frage angefochten, warum sie ihre Familienmitglieder, dann nicht kontaktieren könnten, wenn dies der Tatsache entspreche. 

Meine Schwester und meine Familie sollen frei gelassen werden und in die Türkei kommen

Tursunjan Ablet, der möchte, dass seine Schwester sofort freigelassen wird, beendete das Interview mit euronews somit: 

„Ich fordere die chinesische Regierung auf, meine Schwester Aygul Ablet sofort frei zu lassen. Ich möchte mit meinen Eltern kommunizieren und sie anrufen können. Ich fordere die chinesische Regierung auf, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, die Hindernisse aufzuheben, um meinen Eltern das uneingeschränkte Reisen zu ermöglichen. Ich möchte, dass meine Eltern in die Türkei reisen. Chinas diplomatische Vertreter in der Türkei hatten in den vergangenen Tagen angeboten, die Kontaktherstellung für diejenigen zu gewährleisten, die den Kontakt zu ihren Angehörigen wünschten. Sogleich ich davon erfuhr, schrieb ich eine Mail an die chinesische Botschaft in Ankara, formulierte mein Anliegen mir Informationen über die Situation meiner Schwester zukommen zu lassen. Ich habe bisher nur eine Antwort darüber erhalten, dass sie meine Mail weiter an die zuständigen Stellen geleitet , jedoch bisher keine Nachricht erhalten hätten.“

Aygul Ablet, die ostturkestanische Doktorandin der medizinischen Universität Xinjiang, in Urumqi (Foto: Tursunjan Ablet)

In den Konzentrationslagern befinden sich eine beträchtliche Anzahl von Wissenschaftlern, Künstlern, Professoren, Studenten und Menschen mit unterschiedlichen Berufen, die gewaltsam und gegen ihren Willen inhaftiert sind. 

Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen, fordern die chinesische Regierung auf, insbesondere die Kinder, die ihren Familien entrissen und an die Internate verschickt wurden, ihren Müttern und Vätern zurückzugegeben . Und die Menschen frei zu lassen , die keine Berufsausbildung benötigen, damit Kinder und Eltern sofort wieder als Familien vereint werden.

Quelle: Euronews Türkçe

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