Siebzigjähriger Uigure, ein bekannter Verleger, wird seit fast drei Jahren vermisst!

Haber Uygur am 19.09.2020

Übersetzung aus dem Türkischen von Uigur Zeiten

Kurban Mahmut ist ein pensionierter Verleger. Sein Sohn, Bahram Sintash, kann seit November 2017 keine Informationen über seinen Verbleib einholen; er kann ihn seitdem weder sehen noch hören.

Kurban Mahmut reiste im Februar 2017 zu seinem Sohn, der mit seiner Frau und seinem Kind, in den Vereinigten Staaten lebt. Sein Sohn, Bahram Sintash, ein amerikanischer Staatsbürger glaubt, dass der Grund für die Inhaftierung seines Vaters, der Familienbesuch außerhalb von China sei. Im September 2018 erfuhr Sintash, dass sein Vater, Kurban Mahmut in ein „Transformation durch Bildung“ Lager, gebracht wurde. Sintash macht sich große Sorgen um das gesundheitliche Wohlbefinden seines Vaters, der ein hohes Alter hat und über dessen Verbleib nicht möglich ist, Informationen einzuholen.

Kurban Mahmut ist ein bekannter Schriftsteller und Journalist. Er war der Chefredakteur der staatlich kontrollierten Zeitschrift „ Xinjiang”, für uigurische Kultur. Er behandelte in ausführlichen literaturwissenschaftlichen Berichten gesellschaftliche Probleme, wodurch er oftmals selbst zur Problemlösung beitragen konnte. Er arbeitete bis zu seiner Rente von 1985-2011 für diese Zeitschrift.

Amnesty International hatte zahlreiche Fälle über Personen aus Xinjiang dokumentiert, die wegen Überseereisen, im Ausland wohnen oder, weil sie Verwandtschaft im Ausland haben in „Umerziehungslager“ gebracht wurden.

Bahram Sintash arbeitet bei Radio Free Asia als Manager für digitale Inhalte. Der uigurische Dienst des RFA ist eine der seltenen Nachrichtenquellen, die unparteiisch über die Situation in Xinjiang berichten. Amnesty International, hatte bereits dokumentiert, wie Familienangehörige der RFA- Mitarbeiter zur Zielscheibe der chinesischen Regierung wurden und wie sie in ‚Transformation durch Bildung‘ -Lager abgeführt wurden.
Beispielsweise wurden etwa 20 Familienangehörige der Journalistin, Gulchehra Hoja, weil sie im RFA arbeitet, ins Visier genommen und inhaftiert.

Xinjiang ist eine der Regionen in China, die sich hinsichtlich ihrer Ethnien von anderen Regionen unterscheidet. Chinesischen Quellen zufolge sind mehr als die Hälfte der 22 Mio. Einwohner der Region Uiguren (ca.11,3 Mio.), Kasachen (ca.1,6 Mio.) und andere Turkvölker.

Dieser Region sind muslimische Turkvölker zugehörig, deren Sprache, Kultur und Lebensweise sich von denen der Han-Chinesen im Inneren China vollständig unterscheidet.

In den „Transformation durch Bildung“ – Lagern, die von der chinesischen Regierung so bezeichnet werden, befinden sich schätzungsweise mehr als eine Millionen Uiguren, Kasachen und Angehörige anderer muslimischen
Turkvölker.

Die „ Transformation durch Bildung“ Lager oder „Umerziehungslager“ sind das, in denen die Menschen „deradikalisiert” werden sollen, wie es die chinesische Regierung nennt.
Menschen, die ihr zufolge „infiziert sind mit ungesunden Gedanken”. Gemeint sind Gedanken über uigurische Kultur, uigurische Sprache und über Religion. Gegen diese Menschen gibt es keine Anklage und kein Gerichtsverfahren. Sie haben sich juristisch nichts zuschulden kommen lassen, werden aber als „besorgniserregend” oder „nicht vertrauenswürdig” eingestuft.

Es besteht große Sorge um das gesundheitliche Wohlbefinden des beliebten Journalisten, Kurban Mahmut! Sintash hat seit November 2017 kein Lebenszeichen seines Vaters erhalten. Diese Ungewissheit muss für ihn sehr schmerzlich sein.

Quelle: Haber Uygur 

Uigur Zeiten

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