Politiker und Aktivisten

Junge uigurische Australierin kandidiert für einen Parlamentssitz in Australien

Radio Free Asia am April 5, 2022

 

Übersetzt von Uigur Zeiten 

 

Uigur Zeiten

April 9, 2022

 

 

Eine junge uigurisch-australische Chiropraktikerin kandidiert für einen Parlamentssitz in Australien, um die von China ausgehende Bedrohung des Kontinents und der Uiguren in Xinjiang und anderswo in der Welt zu bekämpfen.

 

Intezar Elham, 28, erklärte gegenüber RFA, dass sie im Oktober 2021 beschlossen habe, bei den Wahlen im Mai 2022 zu kandidieren, nachdem sie dazu von der neu gegründeten Demokratischen Allianz Drew Pavlou, einer kleinen Partei, die sich für die Menschenrechte in China einsetzt, eingeladen wurde.

 

Auf ihrer Website erklärt Elham, sie sei die erste und jüngste uigurisch-australische Muslimin, die für das Parlament kandidiere.

 

Elham sagte, sie wolle den Uiguren in der australischen Politik Gehör verschaffen. Am 30. März nahm sie an einer Demonstration vor dem chinesischen Konsulat in Adelaide im Süden Australiens teil.

 

In einer Rede erklärte Elham, dass die Australier nun aufwachen und sich der Realität bewusst werden würden, mit der die Uiguren seit Jahrzehnten konfrontiert wären. Sie beschrieb ihre Entschlossenheit für ihre Kandidatur auch damit, China gegenüber Härte zu zeigen, was die regierende Liberale Partei versäumt habe.

 

„Aber selbst wenn wir nicht gewinnen - unser Ziel ist größer als das", sagte sie auf dem Versammlungsort. „Mein Ziel ist es, das nationale Meinungsbild und die Debatten über wichtige Themen wie (z.B) der Bedrohung, die die chinesische Regierung für dieses Land und die Welt darstellt, zu beeinflussen."

 

Elham sprach über ihre Bewunderung für die verstorbene australische Senatorin Kimberley Kitching, eine Abgeordnete der Arbeiterpartei in Australien, Anwältin und Gewerkschafterin, die am 10. März an einem Herzinfarkt starb.

 

Kitching war „eine entschiedene Verfechterin für die Anliegen der Uigurischen Volksgruppe im Parlament und bot China in der ganzen Welt die Stirn, indem sie die Interparlamentarische Allianz zu China gründete und die Politikerin, die sich federführend für ein australisches Magnitsky-Gesetz einsetzte", sagte Elham und bezog sich dabei auf ein Gesetz, das im Dezember 2021 vom australischen Parlament verabschiedet wurde, um einen rechtlichen Rahmen für Sanktionen zu schaffen.

 

„Kimberleys Vermächtnis ist eine Welt, in der Länder wie das unsere sich für diejenigen einsetzen, die uns brauchen, und dafür gebührt ihr der Dank der Uiguren hier und auf der ganzen Welt", sagte sie.

 

Elham, die unter dem Spitznamen Inty bekannt ist, erklärt auf ihrer Website, dass sie nie vorhatte, in die Politik zu gehen.

 

„Aber weil meine Großeltern vor der Brutalität der autoritären chinesischen Regierung geflohen sind, kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Kommunistische Partei Chinas Australien und unsere Demokratie zerstört", sagte sie.

 

„Wir können diesen Einfluss zum Beispiel an dem imposanten chinesischen Konsulat in Joslin sehen, das ohne Absprache mit der Gemeinde gebaut wurde und uns ausspioniert", sagte sie und bezog sich dabei auf das Konsulat, das im März 2021 in einem Gebiet, wo viele Uiguren wohnen und in der Nähe einer uigurischen Sprachschule eröffnet wurde. „Wir müssen uns wehren."

 

Dilzat, ein uigurischer Intellektueller, der in Adelaide lebt und Elhams Kampagne unterstützt, sagte, Uiguren auf der ganzen Welt seien froh, dass die aufstrebende Politikerin, die in Australien geboren und aufgewachsen ist, sich für die Uiguren in China einsetzt.

 

„Bei der Demonstration vor dem Konsulat den Medien und der Weltöffentlichkeit teilte sie ihre politische Agenda mit, wogegen sie kämpft und wer hinter ihr steht", sagte er. 

„Diese Veranstaltung war eine Art offizielle Eröffnungszeremonie".